Ich wurde 1942 in Berlin geboren. Aufgewachsen bin ich im Osten Deutschlands, später in Soest in Westfalen. Das Abitur habe ich in Göttingen gemacht, habe dann dort und in Bonn Philosophie, Soziologie und Slawistik studiert und 1972 das Magisterexamen abgelegt. Danach Tätigkeit als Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und einer politischen Monatszeitschrift. Heute lebe und arbeite ich in Bremen.

Drei wichtige Erfahrungen haben mich geprägt: Meine Teilnahme als "Mitläufer" an der 68er Bewegung, meine intensive Beschäftigung mit Philosophie und Literatur (Lieblingsautoren: Goethe, Hölderlin, Stefan Zweig, Thomas Mann, Thomas Wolfe, Nikos Kazantzakis, Henry Miller, Jack Kerouac, Günter Grass u.a.) sowie meine Reisen nach Griechenland – die erste 1967. Aus der Zeit der Studentenrevolte habe ich mir den kritischen Blick auf die Geschichte und die Politik und ein Ideal von "bürgerlicher Aufklärung" bewahrt. Die "kritisch-historische Methode" habe ich in vielen meiner Texte angewandt, vor allem denen, die sich mit der NS-Zeit beschäftigen. Dass mein Vater ein prominenter Journalist und Blut- und Bodenautor im Dritten Reich gewesen ist, war sicherlich ein wichtiger Anstoß, mich so intensiv mit dieser Zeit zu beschäftigen.

Für meine Liebe zu Griechenland, das mir zur zweiten Heimat geworden ist, gibt es viele Gründe: die einmalige Schönheit seiner Landschaften, die Herzlichkeit seiner Menschen, die Größe seiner Geschichte sowie die Einmaligkeit seiner geistigen und künstlerischen Schöpfungen von der Antike bis heute. Ich weiß um die grausame und tragische Geschichte der Griechen und um ihre politische Spaltung und Zerrissenheit bis heute - aber Hellas bleibt für mich trotz alledem die Stätte, wo die Götter wirklich zu Hause waren. Das ist der Kosmos meiner Erfahrungen, aus dem heraus ich schreibe.

In der letzten Zeit habe ich mich einem ganz neuen Themenbereich zugewandt, der mich als politischen Journalisten schon immer interessiert hat: dem Nahen Osten. Seine Geschichte ist eng mit der unseren verknüpft. Israel hat seinen Staat erkämpft, aber die Palästinenser waren als Volk die Leidtragenden und sind es noch heute. Sie verloren ihr Land und ihre Gesellschaft wurde zerstört. Ihnen blieb verwehrt, was die Israelis seit über 60 Jahren besitzen:  souveräne Staatlichkeit. Ein gerechter Frieden zwischen Gleichen dort muss in unser aller Interesse sein. Die Lösung dieses nun schon so lange anhaltenden Konflikts kann nur auf der Basis von Völkerrecht und Menschenrechten stattfinden. Wer das mit Antisemitismus verwechselt, bringt sich selbst in Beweisnot - nicht die Menschen, die sich für die Schaffung eines gerechten und humanen Friedens im Nahen Osten einsetzen.

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